„Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier


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Kurzbeschreibung:

Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise – die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewIMG_6078achsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt – aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten …

Über den Autor

Pascal Mercier wurde als Peter Bieri am 23. Juni 1944 in Bern geboren, wo er seine Kindheit und Schulzeit verbrachte. Nach der Matura studierte er Philosophie, Klassische Philologie, Indologie und Anglistik in London und Heidelberg. Dort wurde er promoviert (1971) und habilitiert (1981).

Forschungsaufenthalte führten ihn nach Berkeley und Harvard. Nach Zwischenstationen in Bielefeld und Marburg wurde er 1993 an die Freie Universität Berlin auf den Lehrstuhl von Ernst Tugendhat berufen. Seine akademischen Arbeiten beschäftigen sich mit der Philosophie des Geistes, der Erkenntnis und der Sprache.

Mein Fazit: ***** Eine Verführung für einen ständig denkenden Kopf

Lange schon habe ich diesen Roman im Auge gehabt und als er mir im Februar in die Hände fiel, habe ich mich nicht länger aufhalten lassen. Die Zeilen aus Peter Bieris Hand zogen mich mit ihren verführerischen Bildern in die Geschichte und in die Notizen des Prado hinein. Des öfteren verweilte ich an der Sprache, die mich so lieblich umwarb und las zu meinem Erstaunen so manchen Satz gar zweimal, nicht etwa weil er sich mir nicht sofort erschließen wollte,sondern vielmehr weil seine Poesie mich beinahe um den Verstand brachte.

„Sie war ein Mädchen gewesen, das bei allen auf dem Schoß saß und alle zum Lachen brachte, und wenn sie weinte, war es schnell vorbei, wie ein kurzer Regenguss an einem sonnigen Tag.“ (Seite 161, über Mélodie)

Und so begleitete ich Gregorious auf seiner Suche nach Prado, dem Arzt, der einst eine folgenschwere Entscheidung treffen musste und vielleicht daran zerbrach, dem Genie, dessen Gedanken tiefer und weiter reichten als die der meisten Menschen und dennoch das Leben nur berührt hat, dem Autor von Aufzeichnungen und Reflexionen, die einem schwindlig werden lassen, weil sie so zutreffend richtig erscheinen und dennoch nichts ändern können.

„Unser Leben, das sind flüchtige Formationen aus Treibsand, von einem Windstoß gebildet, vom nächsten zerstört. Gebilde aus Vergeblichkeit, die verwehen, noch bevor sie sich richtig gebildet haben.“ (Seite 467, Asche der Vergeblichkeit)

Eines der wenigen Bücher, das ich ein zweites Mal lesen werde, nicht so sehr wegen der Handlung, aber wegen der Lyrik, der Reflexionen und der Vergeblichkeit, die wir ausblenden, wenn wir immer wieder aufs Neue, unser Leben verewigen wollen.

Fazit: Eine Verführung für einen ständig denkenden Kopf, den Gedanken eines anderen zu folgen und dabei in betörender Poesie zu baden.

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Bis bald, Ihre  Sandy Seeber

© Sandy Seeber, Juni 2015

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