Wer bin ich, wenn nicht einzigartig?


Lesezeit ~ 2 Minuten

„Das Ich ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist.“ (Christian Morgenstern)

Dabei kann es nur eine Spitze geben und diese sollte doch einzigartig sein, zumindest wenn der Boden des Kegels das All ist. Kennen Sie das, wenn alles so logisch klingt, aber innen drinnen, in einem Selbst, die Fragezeichen sich in alle Richtungen verbiegen, nur um Aufmerksamkeit zu erlangen? Macht es Ihnen auch manchmal zu schaffen, wenn trotz aller Lebendigkeit, das Leben plötzlich fade erscheint? Oder vielleicht kennen Sie auch den Zwiespalt, dass objektiv gesehen Sie mit Ihrem Leben doch zufrieden sein müssten, aber es subjektiv ganz und gar nicht sind?

Wer bin ich, wenn nicht einzigartig, frage ich mich in diesen Momenten und scheitere schon daran, die Frage zu verstehen. Vielleicht macht sie mir auch Angst, weil sie mir ohne Umschweife erklärt, dass es mich nur einmal gibt und dass ich das nun mal bin.   

Foto: Sandy Seeber, 2015
 

Wie einfach das klingt. Mein intelligentes Hirn fällt darauf natürlich nicht so schnell rein, schließlich muss etwas viel Tiefgründigeres dahinter stecken, etwas zum Sinnieren, Philosophieren und zum Beleuchten aus Millionen Perspektiven. Wenn ich dann nach stundenlanger Überlegung mal wieder zu keinem echten Ergebnis gekommen bin, mich nun noch viel kleiner fühle, wie ein Versager, der die große weite Welt verstehen könnte, aber sich zu dumm anstellt, es auch zu tun, dann habe ich zumindest eines erreicht, die Frage klingt nun kompliziert. Das wiederum hilft dabei, dem Versager lautstark durch die Hintertür zu jagen und dank der gut trainierten Intelligenz mit klugen Argumenten dafür zu sorgen, dass er von dannen zieht und sich nicht nur im Hinterhof verbarrikadiert. Doch diese ausgeklügelten Selbstmanipulationen reichen gerade einmal, um den Versager aus Sichtweite zu verbannen, denn beim nächsten Dopaminentzug schleicht er sich unbemerkt wieder hinein in das Innere, in dem der Kampf mit mir selbst konzentriert in die nächste Runde geht. Dort bekriegen sich wilde Gefühle mit dem disziplinierten Verstand. Der Versager sitzt in der ersten Reihe und klatscht Beifall, wenn die Emotionen am Boden liegen und unterdrückt sich selbst, wenn der Verstand es mal wieder besser weiß.

Manchmal gewinnen auch beide, dann, wenn sie sich einig werden und alles in mir lacht und es mit einmal ganz deutlich wird, wie einzigartig ich doch bin. Dann tanze ich zu meiner Musik, die einen Regenbogen zaubert, über den ich dann laufe in den Himmel hinein bis zum All, das der Boden jenes Kegels ist, dessen Spitze ich nun mal bin.

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Ich freue mich auf Ihr ‘Gefällt mir’, Ihre Kommentare und bin dankbar für das Teilen meiner Beiträge.

Bis bald,

Ihre  Sandy Seeber

© Sandy Seeber, Februar 2016

 

 

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