„Zwölf Mal Juli“ von Astrid Rosenfeld


Warum dieses Buch?

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Foto vom Einband, Sandy Seeber, 2015

Als ich vor ein paar Tagen durch die Buchhandlung schlenderte, in der ich auch „Im Frühling sterben“ gekauft hatte, fiel mein Blick auf den Roman von Astrid Rosenfeld. Zuvor ärgerte ich mich ein wenig darüber, dass ich bei beinahe jedem interessant klingenden Titel feststellen musste, dass es sich um eine Übersetzung handelte. Grimmig fragte ich mich, wo denn all die deutschen Schriftsteller abgeblieben sind und ich langte nach der Ausgabe mit dem Titel „Zwölf Mal Juli“.

Der Titel führte mich zunächst in die Irre, dachte ich doch es würde den Monat Juli zwölf mal geben. Der Klappentext verriet mir aber sofort, dass es sich hier um eine Schriftstellerin mit dem Namen Juli handelt, die zwölf Menschen trifft bevor sie Jakob wieder begegnen will. Das klang schon einmal interessant. Doch wirklich zum Kaufen animierte mich die Vita von Astrid Rosenfeld, um genauer zu sein, ihr Geburtsjahr. Denn ich wollte wissen, wie eine Schriftstellerin aus meinem Jahrgang schreibt, was sie zu erzählen hat und wie sie Themen umsetzt. Und genau so habe ich es gelesen dieses enttäuschend dünne, aber dennoch so volle Buch.

Über den Inhalt

Auf 156 Seiten erlaubt Astrid Rosenfeld einen Einblick in Julis Welt. Dabei dürfen die Leser aus Julies Perspektive heraus erleben wie sie die Menschen in ihrer Umgebung wahrnimmt. Der Einstieg gelingt mit der Email von Jakob, ihrem Exfreund, der damals einfach verschwand – nach Afrika. Seine Email kündigt seinen baldigen Besuch an und eine tote Taube, die Juli im Park auf den Weg zu ihrer Mutter findet und über die sie schreiben will, hat sicher eine Botschaft für sie.

Mein Fazit **** Zwölf Mal Juli und eine tote Taube

Die Begegnungen mit der Mutter, dem Vater, Nachbarn, ihrem Agenten und anderen lösen Erinnerungen aus, die der Hauptfigur die Tiefe gibt, die sie braucht um bis zur letzten Seite interessant zu bleiben. Aber auch die tote Taube ziert den roten Faden, der schließlich in einer Botschaft endet, die Juli ganz für sich allein erhält.

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Foto vom Einband, Sandy Seeber, 2015

Die Autorin schafft es mit wenigen Sätzen eine labile Figur zu zeichnen, die sich einst an einen Menschen klammerte und alles verlor, dabei vielleicht sogar sich selbst. Gewürzt mit Fakten, die keiner braucht und gespickt mit mehr oder auch weniger bekannten Zitaten lässt sie den verrückten Alltag unserer Zeit beinahe überkochen. Aber nur beinahe, denn rechtzeitig erhält Juli ihre Botschaft und die Leser sind entlassen, um sich selbst die vielen offen gebliebenen Fragen zu beantworten oder eben nicht.

Ich mochte den eindringlichen Schreibstil, das Thema, die Figuren und doch bleibt ein „hm“ zurück. Zu viele offene Fragen, die jetzt um mich herum schwirren auf der Suche nach Antworten. Vielleicht sind sie es gerade, die diesen Roman haften lassen; diese Fragen, deren Antworten nicht mehr wichtig sind, wenn sie es überhaupt jemals gewesen sind. Astrid Rosenfeld hat mich überrascht mit ihrem Mut, die Fragen offen zu lassen und die Geschichte an dem Punkt zu beenden, an dem sie fertig erzählt war.

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Zwölf Mal Juli von Astrid Rosenfeld ist bei Diogenes erschienen und können Sie hier mit einem Klick bei Amazon.de in folgenden Ausgaben bestellen: Kindle Version*, Gebundene Ausgabe*, Hörbuch-Download*, Hörbuch Audio CDs*.

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Bis bald, Ihre  Sandy Seeber

© Sandy Seeber, August 2015

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