Der Wille


IMG_5637Der Wille ist schon eine große Macht, die sich selten von hinten anschleicht, um dann in einem Moment der Schwäche das Zepter zu übernehmen. Vielmehr schreitet er voller Tatendrang den Weg seiner Überzeugung, die tief verwurzelt keinem Zweifel erlauben, sich häuslich einzurichten.  In ganz wenigen Augenblicken jedoch fühlt sich der Wille wie von einer unsichtbaren Macht geknebelt, er kämpft und stemmt sich mit ganzer Kraft gegen die Ohnmacht, die ihn wie ein Nebel so verwirrt, dass selbst er seine Richtung verliert.

In diesen Momenten vergehen die Chancen, welche sich lockend in einem paradiesischen Tanz anbieten, um nach ihrer einmaligen Darbietung, ganz wie ein One-Hit-Wonder, für immer von der Bühne zu verschwinden. Doch genau hier muss der Wille, der sonst so kraftvoll agiert,  entscheiden, ob er mit dem Akt ins Paradies verschwindet oder sich selbst so wichtig nimmt, dass er seinem Wollen einen ganz neuen Schub verpasst.

© Sandy Seeber, April 2015

1 Kommentar

  1. Guten Tag Sandy,

    Dem Willen, dem kann man, wenn man es so will, ihn so deuten und sagen. Ihm, kann man vieles „hintragen“, damit er mit aller Kraft, in uns, zur Welt, uns hilft, das was notwendig ist, zu bearbeiten, zu ertragen.

    Dem Paradies zu entkommen, ist das, was uns vom Tier unterscheidet, das noch „fromm“ geblieben, dem Gesetz der Triebe und bis in das heute, ihnen erfolgreich gehorcht.

    Es wäre mir überheblich zu meinen, der Mensch sei nun davon entbunden, der eigene Herr im Hause zu sein. Das „Wollen“ genügt nicht, dafür haben wir das Denken, das Empfingen, das Gefühl, die Intuition, als Geschenk, auf dem Weg zum vollständigen Menschen mitbekommen.

    Der Zweifel, an der Willenskraft allein, hilft, sich noch umzusehen, was es noch alles gibt. Vielleicht, die Zartheit eines Gefühls, das Empfinden, der Duft einer Blume, der Gedanke, an einen wunderbaren Menschen, die Ahnung davon, dass das Leben ein Geschenk sein kann, nicht nur für sich, auch für die anderen.

    lg Hans

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