Einzigartig sein – ganz einfach?


„Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.“ Charles Darwin

(c) Foto: Sandy Seeber, 2015
(c) Foto: Sandy Seeber, 2015

Ein wahrlich weiser Satz, den Darwin einst von sich gegeben hat und doch mag der eine oder andere sich winden, seinem Inhalt so ganz ohne, wenn auch nur minimaler Vorbehalte zustimmen. So könnte man beispielsweise zweifelnd hinterfragen, wie der berühmte Naturforscher die Natur in seiner Wahrnehmung eigentlich selbst definierte. Natürlich ist dieses Zitat aus dem Kontext gerissen und zudem muss man durchaus in Erwägung ziehen, dass eine einzelne Aussage wohl kaum den Anspruch auf eine universelle Allgemeingültigkeit erheben kann. Dennoch ragt dieser Satz, von einem einzigartigen Menschen gesprochen, aus einem Meer von unzählig vielen anderen, welche sich möglicherweise gerade in dieser Sekunde hoffnungsvoll einen Weg in unsere Welt bahnen.

Ein Hinweis darauf, warum Sie dieses Zitat im Zusammenhang mit dem Einzigartig sein lesen, liegt ganz einfach in der Tatsache, dass es von einem einzigartigen Wissenschaftler stammt. Ein bedeutender Forscher, der wichtige Beiträge zur Evolutionstheorie geleistet hat. Mehr zu Darwin erfahren Sie bei Wikipedia, hier wollen wir jedoch das Einzigartige etwas genauer beleuchten.

Lassen Sie uns deshalb das Zitat etwas abwandeln und wie folgt in einen persönlichen Kontext bringen:

„Wenn wir gegen unsere eigene Natur handeln, haben wir auf Dauer keinen Bestand.“

Haben Sie der Aussage spontan zugestimmt? So ganz intuitiv, ohne, dass Ihr Verstand nur eine winzige Chance gehabt hätte, eine Position zu beziehen? Dann haben wir die Antwort auf die Frage, ob einzigartig sein, denn einfach sei, bereits in aller Tiefe beantwortet. Denn das würde ja bedeuten, dass wir einfach nur wir selbst sein müssten; ohne Zwänge und Wünsche, besser zu sein und zu werden; ohne sich mit den quälenden Gedanken herumärgern zu müssen, die in einem ständig den Selbstzweifel erneuern, der sich so schwer abschütteln lässt.

Doch die Realität präsentiert sich oft komplexer, als dass es so einfach sein könnte. Da sind die Ansprüche, die Erwartungen, die Ziele, die Vereinbarungen, die Versprechen, die Verträge, die Verbindlichkeiten und irgendwo dazwischen versteckt, lauert die Verantwortung, die sich einen festen Platz im Verstand ergattert hat. So eingebunden in ein Fundament, dass selbst eine neu gewonnene Erkenntnis sie kaum zu bewegen vermag. Also zehrt die Verantwortung weiter an den Kräften, die sich immer stärker aufbegehren, bis zum finalen Zusammenbruch.

(C) Foto: Sandy Seeber, 2015
(C) Foto: Sandy Seeber, 2015

Doch selbst dann verschwindet die Verantwortung nicht. Warum sollte sie auch? Im Gegenteil, sie lässt sich rekrutieren für eine wichtige Aufgabe; der des Einzigartig sein. Mit dieser neuen Disziplin unterstützt sie die eigene Natur; macht sie stärker und strahlend und sorgt für einen langen und vor allem gesunden Bestand.

Einzigartig sein kann einfach sein, dennoch ist es oft viel komplizierter. Doch solange Verantwortung für das Selbst, für die eigenen Bedürfnisse und für die eigene Natur im Gleichgewicht mit der Verantwortung für all die Dinge und Menschen um uns herum bleibt, verzieht sich jener Widerstand, der es uns so schwer macht, einzigartig zu sein.

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Sandy Seeber, Februar 2015 

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6 Kommentare

  1. Ist Einzigartig sein tatsächliche eine Aufgabe, eine Frage von Verantwortung. Es es nicht gerade darum so einfach, weil wir immer schon einzigartig sind? Liegt die Schwierigkeit nicht vor allem darin, dass wir immer einen anderen brauchen, für den wir einzigartig sind, um tatsächlich zu erfahren, dass wir einziartig sind. Kann es sein, dass sich unsere Einzigartigkeit eben nur in Beziehung erschliesst und nicht im Selbst? Eine spannende Geschichte 🙂

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    • Ganz sicher ist es ein spannendes Thema. Besonders weil es sich so individuell darstellen lässt.
      Es gibt Menschen, die sich ihrer Einzigartigkeit weniger bewusst sind und gern so sein wollen wie die Menschen in ihrer Umgebung, die als besonders wahrgenommen werden. Zum anderen gibt es Menschen, die von sich auf andere schließen. Sie glauben, dass jeder genauso so denken müsste wie sie selbst. Und dann gibt es Menschen, die … .
      Diese Liste kann man unendlich lang weiter führen, jedoch viel wichtiger sollte sein, wo man selbst steht. Wie sehr bin ich Individuum und wie sehr bin ich Teil einer Gruppe? Wie weit darf ich von mir auf andere schließen, ohne dabei aufs Glatteis zu geraten, weil meine Annahmen zu sehr aus der Luft gegriffen waren? Wie stark darf ich mich in den Vordergrund stellen, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass sich meine gern gepflegten sozialen Kreise von mir abwenden?
      Oder eben auf der anderen Seite, im Gegensatz zum Dürfen, auch das Müssen; die Verantwortung, für sich selbst einzustehen und das Gleichgewicht zwischen der Umwelt und der eigenen Bedürfnisse herzustellen. Die Einzigartigkeit zu leben, ohne dabei die Gruppe vor den Kopf zu stoßen oder noch besser, um mit ihr im Einklang zu leben.
      Spannendes Thema, vielen Dank für Ihren Kommentar 🙂

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  2. Ich habe die Seite gerade entdeckt und bin total begeistert. Tole Beiträge, ich beschäftige mich selbst schon seit einer Weile mit ähnlichen Themen, aber hier finde ich das ganze nochmal viel besser in Worte gefasst und wunderbar geschrieben. Inspirierend! 🙂

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