Endlich Sommer


Ein Gedicht übers Loslassen.

Foto von Emiel Maters auf Unsplash

Endlich Sommer

Ich möchte einen Regenbogen malen
in dein Herz
möchte ihm die Wunder zeigen, 
die du vollbringst
möchte auf ihm emporsteigen 
und direkt in dein Licht eintauchen. 

Ich möchte eine Brücke bauen
vor mir zu dir
möchte ihr die Stärke zeigen, 
die uns verbindet
möchte dich auf ihrer Mitte treffen 
endlich vereint. 

Ich möchte die Brille auflassen
auf meinen Augen;
möchte in ihren Welten verweilen;
möchte das Licht in allem sehen
und das Wunder, das du bist. 

Ich möchte wegschauen 
als die rosaroten Gläser fallen
grau, hässlich und kalt kann die Welt sein;
doch ich schaue in deine Augen
und sehe mich 

voller Wunder

zerfällt meine Brücke;
der Regenbogen verblasst 
im Wolkenbruch
zwischen den Tränen
lasse ich meine Fantasie 
von mir fließen. 

Ich gehe davon - allein
über eine Wiese voller Mohn
mit Heuschrecken und Sauerampfer
in ein neues Leben. 

Die Sonne blinzelt leise
im Augenwinkel leuchten Schmetterlinge
tanzen lebensfroh
von irgendwo schallt ein Traktorknattern
Arbeit gibt es genug
"Husch husch", summt eine Biene
"Die Wiese gehört nun uns!"
Ich hüpfe davon in meinem Sommerkleid
die Sandalen in der Hand.

Wer braucht schon Brillen, 
wenn Momente so einfach sein können?

©Sandy Seeber, 1 Mai 2022 

Dank für das Bild geht an Emiel Maters auf Unsplash