Wenn jemand im Beruf nervt


10 Tipps für den Umgang mit Nervensägen

„Die Harmonie zwischen zwei Menschen ist niemals gegeben. Sie muss immer wieder neu erobert werden.“  Simone de Beauvoir

Kennen Sie das? Ein ganz bestimmter Kollege oder Vorgesetzter, der es immer wieder schafft, Sie buchstäblich auf die Palme zu bringen. Jemand, dessen schlichte Anwesenheit schlechte Laune auslöst. Eine Person, die sich auch noch in Ihren Gedanken festklebt. Eine echte Nervensäge, die es beinahe schafft, dass Sie an sich selbst zweifeln.

Wenn Sie das kennen, ist das genau der richtige Artikel für Sie. Die nächsten 10 Tipps helfen im Umgang mit Nervensägen und schon bald haben auch Sie in Ihrem Umfeld viel weniger mit nervigen Menschen zu tun.

Foto (c) Sandy Seeber, 2014
Foto (c) Sandy Seeber, 2014

1. Geben Sie sich nicht mit Nervensägen ab! Wenn die Nervensäge Ihr Leben so sehr beeinflusst, dass Sie nachts nicht mehr schlafen können, macht es Sinn, diese Person zu meiden. Wenn das nicht so einfach möglich ist, nehmen Sie sich ein paar Tage frei, um etwas Abstand zu bekommen. Sind Nervensägen nicht mehr in Ihrem Umfeld, sind Sie auch weniger in Ihren Gedanken präsent. Hier wird dann aber auch Tipp Nummer 2 wichtig.

2. Denken Sie nicht über die Nervensäge nach! Wenn die Nervensäge sich ständig in Ihren Gedanken herumtummelt ist es kein Wunder, dass sie von dieser Person genervt sind. Schließen Sie die Nervensäge aus Ihrer Gedankenwelt aus. Beschäftigen Sie sich stattdessen mit etwas, dass Ihnen Freude macht. Gehen Sie Ihrem Hobby nach, lesen Sie ein gutes Buch oder schauen Sie einen spannenden Film. Treffen Sie sich mit Freunden oder kümmern Sie sich um Ihre Familie. Ihnen fällt sicher etwas ein, dass Sie machen können, um auf andere Gedanken zu kommen. Doch bleiben Sie diszipliniert und schieben Sie den Gedanken an die Nervensäge weg, sobald er sich erneut ankündigt. Das wird mit der Zeit einfacher und Tipp Nummer 3 hilft außerdem dabei.

3. Versetzen Sie sich in die Lage der Nervensäge! Wenn Sie das Leben aus der Sicht der Nervensäge betrachten, werden Sie möglicherweise schnell merken, dass es auch nicht so rosig aussieht. Jeder Mensch hat sein eigenes Ränzchen zu tragen. Genauso wie Sie, hat auch die Nervensäge Schwächen und Stärken sowie Werte, Wünsche und Glaubensätze. Genau diese Dinge bestimmen das Verhalten und auch wenn es Ihnen nicht gefällt, aus der Sicht der Nervensäge heraus ist es sehr wahrscheinlich genau das Richtige. Wechseln Sie Ihre Perspektive und versuchen Sie die Beweggründe für das Verhalten der Nervensäge zu erkennen. Sie werden schnell merken, dass auch diese Person nur ein Mensch ist und mit Tipp Nummer 4 wird es noch einfacher, mit diesem umzugehen.

4. Akzeptieren Sie die Nervensäge, wie sie ist! Wenn Sie eine Nervensäge akzeptieren, wie sie ist, werden sie viel besser mit ihr umgehen können. Das liegt daran, dass Sie damit auch akzeptieren, dass Sie diese Person nicht ändern können. Solange Sie die Nervensäge nicht akzeptieren, sind Sie damit beschäftigt herauszufinden, wie Sie das Verhalten ändern können. Das braucht viel Energie und wird nur dann erfolgreich sein, wenn die Person sich mit Ihrer Hilfe tatsächlich ändern möchte. Da das eher der seltene Fall sein wird, akzeptieren Sie die Nervensäge wie sie ist und folgen Sie Tipp Nummer 5, um den Umgang mit ihr in Zukunft zu optimieren.

5. Finden Sie heraus wie die Nervensäge tickt! Wenn Sie herausfinden wie die Nervensäge tickt, können Sie eine Strategie entwickeln, wie Sie in Zukunft am besten mit Ihr klar kommen. Jeder Mensch ist anders und nutzt eigene Kommunikationsmuster. Hören Sie zu, wie etwas von der Nervensäge gesagt wird. Auch ist es von Vorteil zu wissen, was dieser Person besonders wichtig ist und was sie braucht. Finden Sie also heraus wie die Nervensäge tickt und lesen Sie Tipp Nummer 6, um zu erfahren, was Sie als Nächstes tun.

6. Stellen Sie sich auf die Nervensäge ein! Wenn Sie sich auf die Nervensäge einstellen, wird es eine spannende Begegnung. Nutzen Sie Ihre Erkenntnisse aus dem vorherigen Tipp zu Ihrem Vorteil. Versuchen Sie, auf die Werte und Bedürfnisse der Nervensäge einzugehen, vor allem wenn sich ein Umgang nicht vermeiden lässt. Versuchen Sie, die Nervensäge für sich zu gewinnen. Sie werden merken, dass diese Person eigentlich gar nicht so nervig ist und das es tatsächlich möglich ist, auf einer Ebene zu kommunizieren, die funktioniert. Doch auch wenn Sie sich auf die Nervensäge einstellen, dürfen Sie Tipp Nummer 7 nicht außer Acht lassen.

7. Bleiben Sie sich selbst treu! Auch wenn eine Nervensäge in ihrem Leben super wichtig ist, verlieren Sie sich nicht selbst, bei dem Versuch sich dieser Person anzupassen. Alle vorherigen Tipps helfen für den Umgang mit Nervensägen, solange die Kommunikation auf sachlicher Ebene passiert und für eine gemeinsame Sache gearbeitet wird. Es ist daher wichtig, dass auch Sie Ihre Werte und Bedürfnisse kennen und ihnen gerecht werden. Denn wenn Sie sich selbst nicht treu bleiben, werden auch alle Anstrengungen, mit einer Nervensäge besser umzugehen, kaum Wirkung zeigen. Deshalb lesen Sie weiter, was Tipp Nummer 8 für Sie bereithält.

Foto (c) Sandy Seeber, 2014
Foto (c) Sandy Seeber, 2014

8. Grenzen Sie sich von der Nervensäge ab! Wenn Sie sich von der Nervensäge abgrenzen, können Sie besser argumentieren. Aufgabengebiete sind oft klar verteilt. Jedoch verschwimmen die Grenzen gelegentlich und schnell fühlen sich Kollegen anderer Verantwortungsbereiche verantwortlich für den Ihren. Doch genau hier sind Sie der Experte. Sie wissen wie lange Sie für etwas brauchen, was Sie dafür brauchen und warum Sie einen bestimmten Prozess verfolgen. Genauso geht es auch der Nervensäge. Indem Sie sich auf Ihr Gebiet konzentrieren und auch der Nervensäge, die nötige Erfahrung und Expertise auf deren Gebiet unterstellen, schaffen Sie sich eine klare Abgrenzung. Auf diese können Sie sich dann in Konflikten berufen. Und wenn es dann tatsächlich zu einem Konflikt kommt, dann befolgen Sie besser auch Tipp Nummer 9.

9. Beschuldigen Sie die Nervensäge nicht! Wenn Sie die Nervensäge in einem Konflikt oder einer Diskussion beschuldigen, werden Sie wahrscheinlich als Verlierer enden. Hier gilt es, sachlich zu bleiben. Stellen Sie Ihre Sichtweise dar. Niemand kann bestreiten, wie Sie etwas aufgenommen haben. Sie sind ja auch nicht dafür verantwortlich wie Sie und Ihr Verhalten von anderen wahrgenommen wird. Bestehen Sie darauf festzulegen, was beide Seiten tun können, um zukünftige Konflikte zu vermeiden. Doch mit Tipp Nummer 10 werden Nervensägen in Ihrem Leben wahrscheinlich bald der Vergangenheit angehören.

10. Lassen Sie sich nicht provozieren! Das ist einfacher gesagt als getan. Doch jedes mal, wenn anderen Menschen nerven, hat das eher etwas mit der eigenen Unsicherheit als mit dem Verhalten dieser Person zu tun. Es macht Sinn herauszufinden, warum Sie gerade von dieser Person so genervt sind. Welches Verhalten stinkt Sie an? Handelt es sich vielleicht um eine Reflexion des eigenen Benehmens? Werden Ihre Werte oder auch Glaubenssätze herausgefordert? Wie können Sie Ihre Einstellung dazu ändern? Scheuen Sie sich nicht auch einmal nach innen zu schauen, bevor sie explodieren. Atmen Sie tief durch und nutzen Sie die Nervensäge dafür, sich selbst besser kennenzulernen. Schon bald werden Sie merken, dass die größten Nervensägen in Ihrem Leben, Ihnen tatsächlich dabei geholfen haben, ein besserer Mensch zu werden. Um so besser Sie schließlich mit Nervensägen umgehen können, um so leichter wird es Ihnen fallen, sich nicht mehr von ihnen provozieren zu lassen.

Diese Tipps sind meine Top 10, wenn es um den Umgang mit Nervensägen geht. Was sind Ihre Erfahrungen? Was hat Ihnen am besten geholfen? Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar. Ich freue mich auf Ihre Sicht zum Umgang mit Nervensägen.

 (c) Sandy Seeber, 2014

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4 Kommentare

  1. Ich habe mir den Artikel durchgelesen und fand es beim ersten Mal sehr anstrengend, diese Tipps umzusetzten. Doch beim genaueren Nachdenken kam ich zu dem Ergebnis: „Probiere es doch einmal aus, denn Du hast ja nichts zu verlieren – nur zu gewinnen.“
    So war es auch.
    Ich möchte mich für diesen Artikel bedanken, denn er hat mich ein Stück weiter gebracht.
    Viele Grüße aus Essen schickt
    Annette

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