Sind Sie bereit?


„Sind Sie bereit?“ – Das ist der Titel einer Rezension von Jümü (Jürgen Müller Popken), dem Theatermacher, Performer Künstler und dem Autoren des wundervollen Buches (im wahrsten Sinne) „Der Milchstrassenmann„. 

Nun sind Rezensionen im Allgemeinen überall zu finden und zuweilen auch hier, nämlich dann, wenn mir ein Buch besonders gefallen oder eben zum Nachdenken angeregt hat. Jümüs Besprechung allerdings zeigt eine andere Seite eines Buches, das mir buchstäblich am Herzen liegt. Aber lest selbst, was er und worüber er schreibt:

Sind Sie bereit?
Sind sie bereit, einzutauchen in die Gedankenwelt eines kleinen, behüteten Mädchens, dass in seinem Zimmer mit den bunten Wänden auf seiner Bettkante sitzt und, – ja, nachdenkt?
Allerdings denkt dieses Kind auf die Weise, die man landläufig „blühende Fantasie“ nennt. Und dann …, ja dann muss man sagen, dass die Autorin dieses entzückenden Buches das Mädchen denken lässt, dass die Dinge denken.
Die Dinge d


Onkel Freddie hat die ganze Welt bereist. In Briefen und Postkarten hat er die kleine Lisa, seine Nichte, über Jahre hinweg an seinen Eindrücken teilnehmen lassen.
enken, nehmen auf ihre Weise wahr … ?
In der Sichtweise dieses eigentlich recht behüteten Kindes denken die Dinge auch nicht einfach so vor sich hin, sie tauschen sich über ihre Erlebnisse aus. Und das ist außerordentlich spannend.
Haben Sie schon mal überlegt, wie eine Sonnenbrille die Welt erlebt, oder ein …

img_0883Und so kommt es, dass die Dinge, die der Onkel immer bei sich hatte auf seiner Reise im Innern des Kindes beginnen, sich über die Welt zu unterhalten. In der Geschichte kommt diese innere Welt allerdings scheinbar von aussen. Ein Ding erzählt Lisa …,
denn – das behüteten Kind fühlt sich gar nicht ganz so behütet, nein, ehrlich gesagt fühlt sich dieses Kind eigentlich recht einsam.Woher das kommt? Nun, wir wissen alle, dass die Anforderungen der Welt an

moderne Erwachsene hoch sind, dass sie sich für ihre Kinder nicht immer die Zeit nehmen können, die das Kind wirklich braucht. Wohl dem Kind, dessen Eltern wenigstens die Wände seines Kinderzimmers bunt gestrichen haben. Glück hat das Kind schon, wenn Mama nicht jede Frage abtut mit der ungeduldigen Antwort: „Das verstehst Du noch nicht“.
Wir wissen es alle aus Erfahrung: Als Kind fühlt man sich doch oft sehr allein gelassen. Gut, wenn man da einen Onkel Freddie hat …

Lisa kämpft also mit Fragen und Sichtweisen der Erwachsenen, nicht nur mit ihren eigenen. Und da hat sie einen Freund gefunden, der ihr hilft. Dieser zeigt ihr, die Welt aus „der Sicht der Dinge“ zu sehen.

Die Dinge erzählen von Zeit, von der Bestimmung, die alles, jedes Ding, hat. Das Kind fragt sich, warum sich immer alles ändern muss? (Wo bleibt die Sicherheit der Beständigkeit)?
So erklären die Dinge, dass immer nur der Moment zählt, dass eben jedes „Ding“ die Welt anders, mit anderen Voraussetzungen sieht.
Schlussendlich bringt „die Sicht der Dinge“ für das Mädchen die Ein-Sicht: WAS ich sehe ist davon abhängig, WIE ich es sehe“, zu guter Letzt; dass jedes „Etwas“, „Ding“, jedes „Wesen“ ein Teil von Unendlichkeit, vom Ganzen, ist.

Haben Sie über diese Dinge schon mal wieder nachgedacht, seit Sie kein Kind mehr sind?

Lesen Sie dieses liebenswerte Buch und erleben Sie sich selbst nochmal neu: „Aus der Sich der Dinge“.
Und sollte Ihr Kind solcherlei Gedanken nicht denken, schade! Lesen Sie ihm dieses Buch vor!

Rezension von Jürgen Müller-Popken, Autor des MILCHSTRASSENMANN (Verlag BoD)

Ich bedanke mich herzlichst bei Jümü für seine Rezension zu meinem Roman für Kinder und Erwachsene „Aus der Sicht der Dinge – Eine ungewöhnliche Freundschaft“.

Bis bald

Sandy Seeber

©Sandy Seeber, im Januar 2020

 

4 Kommentare

  1. Einem Etwas, einem Ding, zur Erkenntnis, in Beziehung, zum Wesen des Menschen. Die Grenze zur Einsicht, an der Haut, der Ewigkeit, der Dunkelheit, des „Unbewussten“, zur Vergangenheit bis in die Gegenwart; dem uns nur ein Teil, in das Bewusstsein, vom Ganzen, in der eigenen Arbeit, dem Bemühen zum vollständigen Menschen – nur einem Gott die Vollkommenheit und Weisheit, dazu möglich ist.

    Wenn ein Kind, auf der Bettkante, um den Sinn des Lebens sininiert und kämpft, nimm es in die Arme, sag ihm, wenn es möchte, gehe es hinaus, mit anderen Kindern zum Spiel. Es kann dem Kinde nicht sein, dass es die unerledigte Arbeit der „Alten“ für sich, die Frage nach dem Sinn des Lebens, die Verantwortung übernimmt.

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    1. Wohl wahr. Und doch gibt immer wieder Kinder, die zu früh Verantwortung übernehmen, nicht weil sie es wollten oder gar müssten, sondern weil es ihnen als der einzige sinnvolle Weg erscheint. Und die „Alten“, die es tun wollten und müssten, es gar nicht bemerken oder nicht bemerken können, wenn ihre Kinder die Frage nach dem Sinn des Lebens begreifen versuchen.

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  2. Guten Tag Sandy,

    ich kann Deine Auffassung verstehen, indessen kommt kein Kind, so denke ich, als ein ungeschriebenes Blatt in die Welt. Ich weiss mir niemand, nicht mir selbst, welchen Sinn, das Leben an und für sich hat. Das „be-greifen“ hält sich an den Begriff von haben, damit meint man vielleicht, den Sinn mit seiner Einstellung zur Wahrheit, dem Dasein, sei damit, entdeckt und gefunden.

    lg Hans

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