Der wirkliche Beginn meines Lebens


Der wirkliche Beginn meines Lebens

Sandy Seeber

Ich war fast 7 Jahre alt als sich meine Eltern trennten. Meine Mutter erinnert sich, dass ich plötzlich nicht mehr knuddeln wollte. Sie ließ mich in Ruhe, doch für mich schien sie unerreichbar zu sein.

Dies erlebte ich in Alpträumen. Hier sah ich meine Mutter, aber ihr Gesicht war wie von einer Maske verschleiert. Ich riss an der Maske und zog sie von ihrem Gesicht. Doch da war eine weitere, und eine weitere und… . Schließlich wachte ich erschrocken auf.

Zu dieser Zeit achtete ich viel und vor allem gern auf meinen Bruder, er war gerade 4 Jahre alt und irgendwie fühlte ich mich auch für ihn verantwortlich.

Dieses Gefühl muss ich dann wohl in mein späteres Leben mitgenommen haben. Immer dachte ich erst an die anderen und mehr und mehr sabotierte ich mein Selbstwertgefühl, solange bis schließlich bald nichts mehr übrig war.

Ich hatte Erfolg im Beruf und doch reichte mir das nicht. Ich wollte mich selbst verwirklichen!

Damit nervte ich viele, weil ich ja auch nicht wusste, wie das gehen sollte. Außerdem wollte ich eigene Kinder. Danach habe ich mich irrsinnig gesehnt. Auch noch, zumindest für eine Weile, als ich feststellte, dass dies wohl nichts bei mir wird. Mein Arzt meinte, dass ich zu viel Stress hätte!

Mein erster Gedanke rannte zur Arbeit. Doch mein Ego war schneller. Nein, die Arbeit ist mein ein und alles. Ich gebe meine Karriere nicht auf! Was hätte ich dann noch vom Leben gehabt. Schließlich habe ich mich in dem was ich tat, bestätigt gefühlt.

Eine Veränderung musste dennoch her und so trennte ich mich von meinem langjährigen Partner und entdeckte das Reisen. Dabei übte ich mich vorerst mit organisierten Touren.

Doch dann traf ich einen besonderen Menschen, nämlich einen Weltenbummler. Mit einer ganz anderen Meinung zum Leben und einem aufregenden neuen Ausblick. Ich war begeistert und fing an meinen Ausstieg zu planen. Ich sparte eisern, verabschiedete mich innerlich von meinem Job, meiner Heimat und bereitete mich auf die zukünftigen Abenteuer vor.

New Delhi

Nach nur 9 Monaten stieg ich in einen Flieger nach Delhi, Indien und das ohne ein Rückflugticket!

Das erste Mal allein in die große Welt mit nur einem Rucksack und 1000 Sachen, die eine gut organisierte Deutsche mitbrachte, aber niemals brauchen würde. Ich fühlte mich so frei wie nie zuvor. Ich musste mich nur um mich selbst kümmern, sonst niemand.

Ich blieb 4 Monate in diesem sehr gegensätzlichem Land bevor ich mich meine Reise nach Thailand und Kambodscha führte.

Doch ich wollte weiter, viel weiter. Einer meiner Träume war Patagonien und dieser Ort rief mich zu sich.

Ich entdeckte immer mehr über mich selbst, was ich mochte, was mir wichtig ist und vor allem, dass ich meinen Job nicht brauchte, um glücklich zu sein. Auch brauchte ich niemanden zu umsorgen, um ein Gefühl der Bestätigung zu erhalten. Ich lernte mit mir selbst glücklich zu sein.

Nachdem ich über 8 Monate in Südamerika unterwegs war, gingen meine Ersparnisse zur Neige. Doch noch wollte ich nicht zurück. Ich war noch nicht bereit. So organisierte ich mir ein ArbeitsVisa für Australien und flog mit meinen letzten 100€ nach Sydney!

Sydney

Nur 3 Tage später fand ich einen Job in einem Call Center. Eigentlich wollte ich nicht bleiben, doch schließlich blieb mir nichts anderes übrig. Denn am nächsten Tag wurde ich bestohlen. Kreditkarten, Kamera, Pass, Führerschein, und viele weitere mir wertvolle Sachen waren weg. Leider auch mein Tagebuch.

An diesem Tag war ich so nah an mir selbst, dass ich eine Intuition hatte, bevor mir meine Tasche gestohlen wurde. Ich wollte auf sie achten, doch habe ich mich in ein Gespräch verwickeln lassen. Ich hatte mir selbst nicht genug zugehört. Die Realisation, dass all meine wertvollen Habseligkeiten weg waren, war eher nüchtern. Schließlich wusste ich es ja beinahe schon bevor es passierte. Doch es gab einen schmerzhaften Verlust, mein Tagebuch. Dennoch blieb ich ruhig und akzeptierte meine neue Lage. Schließlich konnte ich es nicht mehr ändern. Ich überlegte, was hatte ich denn noch? Ich hatte einen Job. Eine Bekannte, die mir Ihre Couch für eine Woche anbot. Auch hatte ich einen Rucksack voller Kleidung und eigentlich war mir ja nichts passiert.

Das Schicksal war wundervoll zu mir. Ein Mann, dem ich mein Erlebnis an diesem Abend erzählte, gab mir 20 Dollar. Einfach so, weil er mir helfen wollte. Und in der nächsten Woche bekam ich eine Nachricht, dass mein Tagebuch in einem Hotel abgegeben wurde. Ich war der glücklichste Mensch.

Nur ein paar Wochen später hatte sich mein Leben neu organisiert und ich kaufte mir ein Netbook. Es wurde Zeit, die Dinge zu tun, die ich in Gedanken schon tausendfach getan hatte; ich musste diese Geschichte in meinem Kopf aufschreiben.

Mit dieser Geschichte verarbeitete ich ein lang überfälliges Thema, die Trennung meiner Eltern. Ich reiste einmal um die ganze Welt, um wirklich im tiefsten Kern meines Selbst anzukommen. ♥AusDerSichtDerDinge_3D

„Aus der Sicht der Dinge – Eine ungewöhnliche Freundschaft“ ist genau diese Geschichte. Sie ist mein Heiler, mein Begleiter und meine Herausforderung. Diese Geschichte ist mehr als nur ein Roman für Kinder und Erwachsene. Diese Geschichte ist der wirkliche Beginn meines Lebens.

Hier gibt es mehr Infos und die ersten Rezensionen zu „Aus der Sicht der Dinge“  und natürlich auch die Möglichkeit zum Kaufen: http://romanverlag.com/ausdersichtderdinge
 
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